Die Glocke, 11.11.2010
Rheda-Wiedenbrück (kaw). In historischem Fachwerk entstehen derzeit vier barrierefreie Wohnungen am Ostenwall in Wiedenbrück.
Das Gebäude aus dem 19. Jahrhundert diente Theodor Brockhinke (1839 bis 1890) und Anton Becker (1862 bis 1945), Altarbauer der Wiedenbrücker Schule, als Werkstatt.
Für das Wohnungsprojekt hat Bauherr Guido Hanschmidt den im Pflegebereich tätigen Verein „Daheim“ mit ins Boot geholt. Über den Verein werden die Wohnungen vergeben.
Die Umbauten erfolgen in Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde. Bereits 1990 war die Bausubstanz grundlegend saniert worden, und Praxen hielten dort Einzug. Nun sind die Räume wieder frei, und bis spätestens Januar 2011 sollen die vier neuen Wohnungen bezugsfertig sein. Die kleinste misst 55 Quadratmeter, die größte 104, und die Fläche der anderen zwei liegen bei mehr als 70 und bei 65 Quadratmetern. Anders als man es vielleicht bei einem Fachwerkbau vermuten könnte, hatte das Architekturbüro Köller nicht mit kleinen und dunklen Räumen zu kämpfen. „Da es sich um eine alte Werkstatt handelt, war alles frei planbar“, erklärte Michaela Köller. „Es gibt viel Fensterfläche“, hob Guido Hanschmidt einen weiteren Vorteil der ehemaligen Werkstatt hervor. Moderne Brennwerttechnik, Echtholzparkett, dreifach verglaste Fenster - zu moderner Ausstattung gesellt sich die Wahrung historischer Atmosphäre. In den Wohnungen, die zum Teil einen Blick in den Klostergarten und auf das benachbarte Kindergartengelände gewähren, wird mit offenen Balken gearbeitet.
Die Vermietung der Wohnungen beschränkt sich nicht auf Senioren. Zugleich erklärte Susann Klingert von der „Daheim“-Geschäftsleitung jedoch: „Wenn Pflege erforderlich wird, können wir über ambulante Dienste eine Versorgung sicherstellen.“ Hanschmidt weist ergänzend auf die Nähe zu Apotheken und dem Ärztehaus an der Ostenstraße hin.
Der Verein „Daheim“ mit Sitz in Gütersloh setzt auf individuelle Pflegelösungen. Er bietet zum Beispiel Kurzzeitpflege, ambulante Wohnbetreuung und betreutes Seniorenwohnen an. In Rheda-Wiedenbrück ist der Verein etwa mit dem „Wohnpark Vietingstraße“ und ambulanten Hausgemeinschaften an der Heinrich-Püts-Straße, vertreten.
Wohnungsinteressenten können sich mit „Daheim“ unter 05241/7094020 (Kankowski) in Verbindung setzen.
In Wiedenbrücks Innenstadt entstehen zurzeit vier barrierefreie Wohnungen. An dem Projekt wirken (v. l.) Henning Springer (Architekturbüro Köller), Klaus Landwehr (Untere Denkmalbehörde), Guido Hanschmidt, (Bauherr), Architektin Michaela Köller sowie Danuta Mandla, Andrej Esau und Susann Klingert vom Verein „Daheim“ mit. Bild: Werneke